Anwendungen in der Öl- und Gasförderung zählen zu den technisch anspruchsvollsten Einsatzfeldern für metallische Werkstoffe. Tiefsee-Bohrungen, hohe Drücke und aggressive Medien wie Sauergas erfordern Materialien mit verifizierten Leistungswerten. Umfangreiche Testreihen und Werkstoffuntersuchungen belegen, dass die Legierung VDM Alloy 31 Plus® (UNS N08034 / 2.4692) das Anforderungsprofil aus hoher mechanischer Festigkeit und ausgeprägter Korrosionsbeständigkeit präzise erfüllt und somit eine wirtschaftliche Alternative zu etablierten Standardlegierungen bietet.
Hohe mechanische Festigkeit durch Kaltverformung
Um den extremen Drücken in Tiefsee- und Downhole-Anwendungen standzuhalten, müssen die verwendeten Materialien hohe Festigkeiten mit ausreichender Restduktilität aufweisen. Die mechanische Leistungsfähigkeit von VDM Alloy 31 Plus® kann durch gezielte Kaltverformung für diese Belastungen angepasst werden. Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Werkstoff in kaltverformtem Zustand mechanische Festigkeiten erreicht, die mit klassischen aushärtbaren Legierungen wie Alloy 718 vergleichbar sind und die Werte von Alloy 925 übertreffen.
Ein wichtiges Ergebnis der Werkstoffprüfung: Die Kaltverformung beeinträchtigt nicht die ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit des Materials. Die hohe Widerstandskraft gegen lokalen Korrosionsangriff bleibt auch nach der mechanischen Verfestigung vollständig erhalten.
Verifizierter Korrosionsschutz für Sauergas und Seewasser
In umfangreichen Testverfahren wurden die Korrosionseigenschaften von VDM Alloy 31 Plus® unter realistischen Einsatzbedingungen verifiziert:
Gute Verarbeitbarkeit und erweiterte Einsatzfelder
Im lösungsgeglühten Zustand zeigt das Material eine exzellente Schweißbarkeit und eignet sich beispielsweise optimal als Liner-Material für plattierte Rohre (Mechanically Lined Pipes, MLPs).
Durch sein Eigenschaftsprofil deckt der Werkstoff neben der Öl- und Gasindustrie weitere anspruchsvolle Anwendungsbereiche ab: Dazu gehören die chemische Prozessindustrie (z. B. bei der Handhabung von Salzsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure), Wärmetauscher in der Geothermie, Waste-to-Energy-Anlagen sowie Systeme zur Wasseraufbereitung.
Wirtschaftliche Vorteile und nachhaltige Fertigung
Die Eignungsprüfung für den Industrieeinsatz schließt auch ökonomische Faktoren ein. VDM Alloy 31 Plus® kommt ohne hochpreisige Legierungselemente wie Niob, Kobalt oder Wolfram aus und reduziert den benötigten Nickelgehalt gegenüber vielen aushärtbaren Standardlegierungen.
Zudem bietet der Werkstoff einen physischen Gewichtsvorteil: Mit einer Dichte von 8,08 g/cm³ ist er leichter als Alloy 718 (8,26 g/cm³) oder Alloy 625 (8,47 g/cm³), was zu einer höheren Materialausbeute pro Kilogramm eingekauften Werkstoffs führt.
Als sogenannte „Lean Nickel Legierung“ erlaubt das Material einen höheren Schrottanteil bei der Fertigung.
VDM Alloy 31 Plus® steht in verschiedenen Produktformen zur Verfügung, darunter warm- und kaltgewalzte Bleche, Bänder sowie warm- und kaltverformte Stangen (bis 200 mm Durchmesser), Schweißzusätze und Pulver für additive Fertigungsverfahren.
Den Flyer zu VDM Alloy 31 Plus® können Sie hier herunterladen.